Die zeitgenössische Relevanz des Bauhauses – gefördert von der Kulturstiftung des Bundes im Themenschwerpunkt Bauhaus 2019

Das Triadische Ballett. Gruppenfoto aller Figurinen, Künstler: Oskar Schlemmer / Foto: Ernst Schneider, 1927. Bauhaus-Archiv Berlin.
Das Triadische Ballett. Gruppenfoto aller Figurinen, Künstler: Oskar Schlemmer / Foto: Ernst Schneider, 1927. Bauhaus-Archiv Berlin.

Um 100 Jahre nach seiner Gründung ein bundesweites Signal für die zeitgenössische Relevanz des Bauhauses zu geben, richtete die Kulturstiftung des Bundes 2016 den antragsoffenen Fonds Bauhaus heuteein. Damit lud sie Institutionen aller Sparten zur Beantragung von Projekten ein, die eine eigene – mal partizipative oder theoretische, mal visionäre oder kritische, mal künstlerische oder investigative – Sicht auf das Bauhaus vorbringen. Nicht um das Zelebrieren von Design-Ikonen oder Bauhaus-typische Formensprachen soll es hier gehen, sondern um die Aktualität der Ideen und Methoden des historischen Bauhaus.

Wenn das Bauhaus aus der Geschichte der Moderne bis heute heraussticht, dann weil es das Modell für außerordentlich offene Bildungs- und Produktionsprozessedarstellte. "Der Neue Mensch – Die Neue Stadt – Die Neue Welt": Dieses Utopie-freudige Denken prägte vom Stahlrohr-Stuhl bis zur Schuhleisten-Fabrik sämtliche Tätigkeitsfelder des Bauhauses und sollte den Anspruch einer Demokratisierung der Gestaltung in nahezu allen Lebensbereichen zur Geltung bringen. Dieser Drang nach dem Neuen ist für das Bauhaus legendär. Seine Schubkraft erhielt er durch ein Kommunikations-Design, das die Grenzen zwischen den Disziplinen dynamisch zu überwinden verstand: Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Malerei, Grafik, Architektur, Typografie, Theater, Medienkunst, Städtebau, Produktdesign aber auch Vertreter aus Wissenschaft und Technik arbeiteten regelmäßig miteinander und an einem Ort, tauschten sich aus, stritten sich, scheiterten gemeinsam und nahmen neuen Anlauf. Das Bauhaus war eine mit großer intellektueller und methodischer Offenheit geführte Zukunftswerkstatt; in ihr gingen Gestalter, Mitstreiter und Gäste aus aller Welt wie selbstverständlich ein und aus.

Kaum eines der Themen, die das Bauhaus gesetzt hat, hat bis heute an Relevanz verloren. Im Gegenteil: Die Fragen, wie und in welchem Umfeld wir in Zukunft lernen, arbeiten, leben, uns austauschen und unser Miteinander gestalten wollen, sind gleichbleibend aktuell. Sie alle gilt es aus der Perspektive einer Gesellschaft aufzugreifen, die von den Herausforderungen der Migration, Digitalisierung, Globalisierung und Ressourcenverknappung betroffen ist.